Restaurant Adler * in Hurden (CH)

Wie letztes Jahr (Besuch in der Taverne zum Schäfli) ist es auch dieses Jahr am 22. Juni wieder sehr schönes und auch sehr heisses Wetter in der Schweiz. Diesmal ging es aber an den Zürichsee in das Restaurant Adler in Hurden, das mit einem Stern im Guide Michelin und 17 Punkten im Gault Millau bewertet wird. Bei solch hervorragendem Wetter ist dieses Restaurant mit der wunderschönen Terrasse direkt am See sehr zu empfehlen.

Anders als in vielen Restaurants generell und spezifisch in besternten Restaurants sind hier Hunde willkommen und auch der treuste Begleiter wurde liebevoll umsorgt und konnte im Schatten liegen.
Das Restaurant oder viel mehr die Gartenterrasse ist an diesem Donnerstagmittag sehr gut gefüllt, viele hier scheinen Stammgäste zu sein, was immer ein gutes Zeichen ist. Hier wird am Mittag jeweils ein Business-Lunch (Hauptgang CHF 65.- bis 4 Gänge à CHF 95.-), das Grosse Menü (6 Gänge à CHF 185.-) oder auch die ganze à la Carte-Auswahl (CHF 32-95.-) angeboten.

Nach kurzer Zeit werden die ersten Häppchen gereicht. Es sind dies eine Foie gras Praliné mit Portwein-Überzug (etwas zu fest und gross für diese Temperaturen), ein Stück Honigmelone mit Serrano (wohl der Klassiker bei diesen Temperaturen, wobei die Melone etwas geschmacksvoller hätte sein können) und ein gebeiztes Stück vom Saibling mit dessem Rogen (salzig, jodig mit leichten Zitrus-Spitzen, sehr angenehm und passend).


Brot oder eher Brötchen mit Butter gab es direkt am Tisch in einem kleinen Körbchen. Es waren verschiedene Arten von Brot (Tomaten, Oliven, Weissbrot…), alle waren noch schön warm, einzig dass sie etwas gar kompakt und somit eher schwer als luftig waren ist ein Nachteil.


Als die Wahl, es wurde das grosse Menü ohne den ersten Gang und ohne Käse und der Auswechslung des Desserts mit dem vom Business-Lunch, getroffen war, folgte ein weiteres Amuse Bouche in Form eines Mango-Lassis mit einem Stück frittierter Gamba darauf. Der Gamba war nicht mehr ganz so heiss, wie frisch aus dem Öl und der Mango-Lassi hatte leider etwas Fäden von der Mango noch drin, diese störten die Konsistenz und den Genuss etwas. Sonst ein gutes und passendes Amuse.


Das Menü begann dann mit Poelierte Seezunge «Petit Bâteau» an orientalischen Aromen mit Pariser Karotten und Schaum von marokkanischen Salz Zitronen. Eine tolle Umsetzung von marrokanischen Aromen mit einer Wunderbaren Saucen-Grundlage. Einzig die Seezunge war an gewissen Stellen zu fest gegart an anderen wieder genau richtig. Der Gesamteindruck des Gerichts ist aber sehr gut und hocharomatisch. Durch die Zitrusaromen bleibt das Gericht auch jederzeit frisch und leicht.


Als zweiter Gang folgte mit Maine Hummer mit seinem Raviolo auf Frühlingsspinat und Hummer Bisque ein absolutes Wohlfühlgericht. Der Hummer war perfekt gegart und an keinem Punkt trocken oder fasrig. Die Bisque intensiv, salzig, wärmend und niemals schwer. Der Raviolo mit sehr dünnem Pastateig und wunderbar gegart und als frischekick der kurz blanchierte Frühlingsspinat. Eine absolut hervorragende Umsetzung dieses Gerichts.


Zum Hauptgang gab es dann eine eher herbstlich/winterlich anmutende Kreation als Gebratener Rücken vom Sommerreh mit Pfifferling und Aprikosen
auf Spitzkohl und Mousseline von jungem Knoblauch
. Die Kartoffel-Mousseline mit Knoblauch wurde à part gereicht und war sehr leicht und wunderbar crèmig. Der Rehrücken mit angenehmen Röstaromen, die Sauce mit den Aprikosen süsslich tief und der Spitzkohl zwar irgendwie herbstlich aber dennoch wunderbar passend. Dieses Gericht funktioniert auch im Sommer sehr gut und ist überraschenderweise nicht annähernd so schwer, wie es wohl wirken mag.


Vor dem Dessert wird noch eine Crème brûlée von Tonkabohnen gereicht. Angesichts der heissen Temperaturen ist dies fast etwas zu schwer, wobei die Crème absolut makellos ist und geschmacklich auch sehr gut ist. Bei der Dekoration scheint wohl irgendwie der Puderzucker umgefallen zu sein, dieser ist überall zu finden, auch auf dem Unterteller.


Das Dessert ist dann eine gelungene Kreation mit dem Titel kleine Variation von Thurgauer Erdbeeren. Durch Zitronen-Tupfer und die verschiedenen frischen und kühlen Komponenten ist dies ein sowohl geschmacklich als auch konsistenztechnisch gelungenes Sommerdessert. Keine unnötigen Experimente sondern ein gutes Grundprodukt mit den Thurgauer Erdbeeren in verschiedenen Umsetzungen auf dem Teller, ein tolles Dessert.


Als süsser Abschluss wird noch ein Amaretti und ein kleines Himbeer-Törtchen gereicht. Beides wunderbar umgesetzt und ein toller Abschluss.

Das Restaurant Adler in Hurden ist restlos zu empfehlen, vor allem an einem wunderbar sonnigen Tag, an dem man auf der Terrasse sitzen kann, das schöne Wetter und den Zürichsee geniesst und sich verwöhnen lässt. Das Essen ist auf einem hervorragenden Niveau und hier wird durchaus ordentlich gewürzt, Leute die eher salzlos essen, könnten es hier manchmal als zu salzig empfinden. Die angenehm entspannte Atmosphäre und das gute Essen zieht hier so manchen hin und deshalb ist es auch unter der Woche an einem Mittag sehr gut besucht, was mich für ein solches Restaurant wirklich sehr freut.

BewertungsartBewertungBegründung
Essen:7Klassische Küche mit guten Produkten und aromatischen Umsetzungen. Die Saucen sind hier wunderbar aromatisch und tief.
Ambiente:5Wunderschöne Terrasse direkt am See. Was will man mehr?
Service:4Der Service ist sehr freundlich, persönlich und jederzeit professionell. Auch Hunde sind willkommen.
Preis-Leistung:3Die Preise sind in einem angemessenem Rahmen im Vergleich zur Leistung.

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