Purnell’s * in Birmingham (UK)

Das erste Essen in Birmingham hinter mir steht an diesem Tag gleich ein Mittagessen und ein Abendessen an. Zuerst das Mittagessen im Purnell’s, das auch wieder in der Stadt liegt ca. 10 Minuten zu Fuss vom Hauptbahnhof. Da ich etwas zu früh dran bin (die Türen öffnen erst um 11:50 Uhr), erkunde ich noch etwas die Gegend. Mir fällt auf, dass Birmingham viele Büro-Gebäude besitzt und eher wenige Läden. Es scheint hier auch ganz üblich zu sein, in der Mittagspause sich ein Bier zu gönnen.
Wie bereits am Vorabend werde ich auch hier freundlich begrüsst mit der Frage, ob ich noch einen Drink an der Bar geniessen möchte oder gleich an den Tisch begleitet werden soll. Auch hier entscheide ich mich wieder für das zweite und werde im modernen, leicht orientalischen Speiseraum platziert.

Auch hier hat man mehrere Auswahlmöglichkeiten, da wären das Tasting-Menü in 6 Gängen (68 £) oder 9 Gängen (88 £) und das Lunch-Menü in 3 Gängen (35 £) oder 5 Gängen (45 £). Natürlich habe ich Sonderwünsche und entscheide mich für das Lunch-Menü in 4 Gängen, eine der Vorspeisen und beide Hauptgänge. Dies führt zu leichter Verwirrung beim Peronal und kleineren Rückfragen.

Als diese dann geklärt sind werden erste (und auch die einzigen) Knabbereien aufgetischt. Es sind zwei sehr grosse Kartoffelkugeln mit eher indischer Würzung und mehrere Splitter Pappadums, dazu eine Mayo. Geschmacklich interessant, aber die Kartoffelkugeln wären halb so gross weitaus besser gewesen. Der grosse Überraschungseffekt oder die geschmackliche Offenbarung bleibt aus.


Scheinbar haben die Leute in Birmingham schlechte Zähne, denn auch das hier servierte französische Landbrot besitzt keine wirkliche Kruste, ist sehr weich und Luftig. Dazu gibt es eine Butter aus Ziegenmilch, die ich nicht sonderlich mag aufgrund des deutlich wahrnehmbaren Ziegengeschmacks.


Nachdem ich am Vorabend mit dem Oktopus enttäuscht wurde, bin ich nun gespannt wie sich das Exemplar hier präsentiert, das ganze Gericht heisst Barbecued octopus – crispy rice noodles – dried enoki – mango, mouli and miso – sweet and sour bisque. Ich werde hier nicht enttäuscht, der Oktopus weist schöne Grillnoten auf, könnte aber noch etwas besser zubereitet sein. Die Komponenten harmonieren sehr gut, steuern unterschiedliche Texturen bei und das ganze geht geschmacklich in Richtung Asien.


Die erste Hauptspeise ist nun Skrei cod with wild mushrooms – potato crisp – chicken juices. Ich bin ein grosser Fan von Skrei, leider ist hier etwas schief gelaufen, denn dieses Exemplar fällt bereits beim Servieren auseinander. Geschmacklich und auch sonst ist das Gericht sehr gut, jedoch der Punkt mit dem leicht zu garen Skrei lässt etwas zweifel aufkommen. Der Poulet-Jus ist sehr intensiv und gut, die Zitronen-Tupfer bieten eine angenehme Säure. Die Pilz-Zubereitung fällt als Nocke etwas gar gross aus.


Als zweite Hauptspeise wird folgendes aufgetischt Purnell’s Peking duck breast – almond satay – ponzu – vegetable noodles, mit der Warnung vom Service dass die Ente rosa serviert wird (wie denn auch sonst?). Hier sind die Aromen klar asiatisch. Unterschlagen wurde jedoch das Pfännchen mit Linsen, die zwar gut sind aber doch in der Menge zu viel. Auch das Mandel-Satay ist sehr interessant aber in der Menge zu viel. Schade ist bei der Ente, dass zwar die Haut dran ist, diese aber keinen Ticken knusprig sondern eher gummig ist.


Der süsse Abschluss des Mittagessen besteht hier aus Rhubarb and apple tart – hazelnut crumble – red delicious apple sorbet – tarragon. Also eine Mischung aus den Komponenten des Vorabends. Hier ist es aber weitaus besser umgesetzt. Die Rhabarber Scheiben sind zart und habe den angenehmen sauren Geschmack. Die Texturen sind verschieden und angenehm. Die Balance aus Säure und Süsse bleibt jederzeit vorhanden. Ein sehr schönes und auch geschmacklich gutes Dessert.

Scheinbar wird hier auf süsse Knabbereien verzichtet, wenn man keinen Kaffee nimmt. Somit ist das Mittagessen an dieser Stelle beendet. Das Essen war mehrheitlich besser als am Vorabend. Die Komponenten klarer eingesetzt und es wurde mehrheitlich auf unnötige Ergänzungen verzichtet. Insgesamt ein interessantes und gutes Mittagessen in Birmingham.

Bewertung

BewertungsartBewertungBegründung
Essen:6.5Das Essen war geschmacklich gut. Die Gerichte sind asiatisch geprägt und haben eine angenehme Harmonie der Komponenten.
Ambiente:3Das Ambiente ist sehr schön und stimmig, jedoch tendiert es dazu, bei starker Belegung laut zu werden.
Service:3Der Service war nett und freundlich.
Preis-Leistung:3Preise stimmt mit der Qualität und der Leistung überein.

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